Text von Gisela Schäffer, Kunstwissenschaftlerin




Im Aukloster sind die überwiegend großformatigen Gemälde von Jürgen Kötter zu sehen, in ihrer enormen energetischen Präsenz alle seit dem Sommer 2006 entstanden. Sie sind abstrakt, entbehren beinahe jeglicher Formbezüge und trotzen fast allen Versuchen der Gestaltbildung durch das Betrachterauge. Der Künstler, der jahrelang anwendungsbezogen als erfolgreicher Kostüm- und Bühnenbilder arbeitete, hat den Zwang zur Inszenierung von Gegenständlichkeit weit hinter sich gelassen. Entstanden sind Farbwelten, die auf unterschiedliche Trägermaterialien wie Holz, Papier oder Metall flächig mit dem Pinsel oder auch mit den Händen aufgebracht, teils auch mit Kreidestiften oder dem Pinselstil linear erweitert, jeweils eigene Stimmungen in sich tragen. Manchmal scheinen sich die Farben in Ballungen und Schichten aufeinanderzu zu bewegen oder auseinander zu streben, manchmal in Bändern zu fließen, in Linien zu schwingen. Hier wird Dramatik spürbar, dort Ruhe, an anderer Stelle ein Tonraum oder gar ein sinfonisches Klanggewebe. Musik ist ein Schlüssel zu diesen Werken..

Es sind ausgereifte Produktionen, denen man die Bandbreite der Erfahrungen, das schon gelebte Leben, die Intensität der künstlerischen Auseinandersetzung anmerkt